ITT Teleskoptreffen in Kärnten

Am 25.-28. September 2014, fand dieses Jahr das 30. ITT in Kärnten auf der Emberger Alm statt. 

Nach einer Anreise von 11 Stunden, erreichten wir am späten Nachmittag die Emberger Alm auf der seit 1984 das Internationale Teleskoptreffen stattfindet.

Das Gelände befindet sich in einer atemberaubenden Landschaft auf 1800 Metern Höhe und bietet perfekte Beobachtungsmöglichkeiten.

Veranstalter dieses wohl ältesten Teleskoptreffens ist Wolfgang Ransburg von der Firma Teleskop-Service.

 

Nach einer Woche anstrengender Photokina, kam uns dieses Treffen als netter Ausgleich sehr gelegen und wir wollten dort auch einmal wieder selber praktische Astronomie betreiben.

Trotzdem hatten wir für eine kleine Ausstellung einige Photokina Neuheiten wie das Neue BT-126 Großbino mitgenommen. Wir hatten das Glück leihweise eine digitale Pentax 645 Mittelformat Kamera für die Exkursion mitnehmen zu können, die wir an dem neuen VSD 100 F3.8 testen wollten.

Die AXD Montierung mit Starbook Ten und dem internen Guiding System (Advance Unit und C0014-3M Guiding Kamera) sollte hierbei als Nachführung dienen.

 

Hier sieht man das Equipment AXD Montiernung VSD 100 samt Leitfernrohr, welches uns schon auf anderen Exkursionen gute Dienste erwiesen hatte.


Obwohl die Wetterprognosen eigentlich nicht wirklich gut waren rissen die anfangs dichten Wolken mehr und mehr auf und es gab Hoffnung auf eine klare erfolgreiche Beobachtungsnacht. 

 

Nach und nach fingen wir daher an unseren Stand mit den mitgebrachten Teleskopen und Binokularen weiter aufzubauen um nach Einbruch der Dunkelheit alle Geräte direkt nutzen zu können. 


Ich kann nur empfehlen das Equipment tagsüber komplett vorzubereiten und einsatzbereit zu machen, da generell immer etwas schief läuft und man sich später ärgert, wenn unter einem tollen Sternenhimmel etwas nicht richtig funktioniert.

 

Hier kurz ein Blick auf das Neue BT-126 Großfernglas welches uns unter dem beeindruckenden Himmel sehr viel Freude bereitet hat.

Nach Einbruch der Dunkelheit waren dann wirklich alle Wolken verschwunden und es bat sich uns ein wirklich dunkler perfekter Sternenhimmel. Aufgrund der nicht stabilen Wetterlage, haben wir uns entschlossen uns auf die Standardobjekte zu konzentrieren und keine Experimente zu machen.

Als Erstes Objekt nahmen wir uns die Andromeda Galaxie vor. Die Ersten Belichtungen auf dem Monitor waren wirklich vielversprechend und wir machten eine Belichtungsreihe von M31. Während das Autoguiding System seine Arbeit machte, haben wir mit dem BT 126 und dem BT-ED 70 visuell beobachtet. Unter diesem Himmel sind die M Objekte eine wahre Pracht und ich hatte das Gefühl als würde ich an meiner Sternwarte durch einen 12 Zöller blicken. Es geht halt nichts über einen dunklen Himmel.

Als sehr interessant erwies sich dann das kleine SG 2.1x42 Milchstraßenfernglas, das wir auf ein Stativ aufgeschraubt hatten. Ich hatte bis jetzt immer nur aus der Stadt damit beobachten können. Unter guten Bedingungen ist es eine schöne Ergänzung um mit nur 2.1 facher Vergrößerung in der Milchstraße zu spechteln und bereitet einem wirklich viel Spaß.

Und nun gibt es die Ersten Ergebnisse mit unserem Equipment.

Die Ergebnisse einer klaren Sternennacht

Sternbild Orion

Ausschnitt aus dem Sternbild Orion, aufgenommen mit dem VSD 100 F3.8 und der Pentax 645.

Die drei hellen Sterne in der linken oberen Bildhälfte, sind die Gürtelsterne des Orion. Das Gesamte Gebiet ist voller Nebelstrukturen, wobei die Bekanntesten der Pferdekopfnebel (links) und der Große Orionnebel M42 (rechts unten) sind.

Dieses relativ junge Sternentstehungsgebiet ist etwa 1350 Lichtjahre von der Erde entfernt. 

Die Aufnahme besteht aus 7 Einzelbelichtungen mit einer Belichtungszeit von jeweils 240 Sekunden bei einer Empfindlichkeit von 1500 ASA. Das Foto wurde dann mit dem Deep Sky Stacker zu einer Aufnahme verarbeitet.

Andromeda Galaxie M31

Die Andromeda Galaxie M31 ist unsere Nachbargalaxie in einer Entfernung von etwa 2,5 Millionen Lichtjahren. Der Durchmesser liegt bei rund 140.000 Lichtjahren.

Die Galaxie ist unter einem dunklen Himmel deutlich mit dem bloßem Auge sichtbar.Die Beiden hellen Wolken über und unter der Galaxie sind ebenfalls Galaxien, die an das System gebunden sind. Es sind die Satellitengalaxien M110 und M32. Das Foto besteht aus 10 Einzelbelichtungen, die später zusammen gerechnet wurden.

Sternhaufen Plejaden

Der relativ junge Sternhaufen M44 befindet sich im Sternbild Stier und ist schon mit dem bloßem Auge als helle Sternkonstellation zu sehen. Der Sternhaufen ist in blaue Nebel eingebettet, die jedoch erst auf länger belichteten Aufnahmen zu sehen sind. Die Entfernung zur Erde beträgt etwa 440 Lichtjahre. Der Sternhaufen ist mit einem Alter von 125 Millionen Jahren noch recht jung und beherbergt bis zu 1200 Sonnen. Die Daten sind gleich mit der Andromeda Aufnahme.

Morgendämmerung


das Ende einer Beobachtungsnacht mit heranziehenden Wolken.

Der Helle Stern ist Sirius im Sternbild Großer Hund. Für die Aufnahme haben wir ein 17mm Weitwinkel und den Polarie Star Tracker verwendet.

Leider waren die Anderen Nächte nicht so klar und wir mussten uns mit den drei Standardobjekten zufrieden geben.

 

Abschließend möchte ich sagen, das die Emberger Alm über gute Übernachtungsmöglichkeiten und eigenen Sternwarten verfügt.

Der Himmel ist sehr dunkel und die Preise für Essen und Übernachtung

sind in einem sehr guten Verhältnis.

Weitere Informationen bekommt man bei Sattleggers Alpenhof.

 

Clear Skies

Michael Schlünder

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